Benigne Prostatahyperplasie: Symptome und Behandlungswege
Die benigne Prostatahyperplasie ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata und eine der häufigsten Ursachen für Blasenentleerungsstörungen im höheren Lebensalter. Sie ist gut abklärbar und stufenweise behandelbar.
Die benigne Prostatahyperplasie, kurz BPH, ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata und gehört zu den häufigsten urologischen Befunden bei Männern jenseits der Lebensmitte. Mit zunehmendem Alter nimmt das Prostatagewebe zu und kann die Harnröhre einengen, die durch die Drüse verläuft. Daraus entstehen die typischen Beschwerden beim Wasserlassen, die unter dem Begriff LUTS für Symptome des unteren Harntrakts zusammengefasst werden. Wichtig ist die Klarstellung: benigne bedeutet gutartig, die BPH ist kein Prostatakrebs, auch wenn beide zeitgleich vorliegen können.
Symptome: das LUTS-Spektrum
Die Beschwerden entwickeln sich meist langsam und werden anfangs oft hingenommen. Sie lassen sich in Speicher- und Entleerungssymptome unterteilen. Häufige Zeichen sind:
- Nykturie: nächtliches Wasserlassen, das den Schlaf stört
- abgeschwächter Harnstrahl und verzögerter Beginn der Blasenentleerung
- Restharngefühl: das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleert zu haben
- häufiges Wasserlassen am Tag und vermehrter Harndrang
- Nachträufeln nach dem Wasserlassen
Wie stark diese Symptome den Alltag beeinträchtigen, ist individuell sehr unterschiedlich und hängt nicht allein von der Größe der Prostata ab.
Diagnostik der benignen Prostatahyperplasie
Die Abklärung beginnt mit der Anamnese und der Erfassung des Beschwerdegrades. Dafür hat sich ein standardisierter Fragebogen bewährt, der Internationale Prostata-Symptom-Score, kurz IPSS. Er ordnet die Beschwerden anhand einer Punktzahl ein und macht den Verlauf über die Zeit vergleichbar. Zur Basisdiagnostik gehören außerdem:
- die digital-rektale Untersuchung zur Beurteilung von Größe und Beschaffenheit der Prostata
- eine Urinuntersuchung zum Ausschluss eines Infekts
- der Ultraschall von Blase und Prostata mit Bestimmung des Restharns
- die Uroflowmetrie, also die Messung des Harnstrahls, zur Objektivierung der Entleerungsstörung
Der PSA-Wert kann bestimmt werden, ist aber sorgfältig einzuordnen. Er kann bei einer gutartigen Vergrößerung erhöht sein und ist nicht gleichbedeutend mit einer bösartigen Erkrankung. Die Interpretation erfolgt im Gesamtbild und wird ärztlich besprochen.
Behandlungswege je nach Beschwerdegrad
Die Therapie richtet sich nach Leidensdruck, Symptomstärke und möglichen Komplikationen. Sie folgt einem gestuften Vorgehen.
Watchful Waiting
Bei geringen Beschwerden ohne Komplikationen ist ein kontrolliertes Abwarten mit regelmäßiger Verlaufskontrolle ein anerkannter Weg. Angepasste Trinkgewohnheiten und der bewusste Umgang mit harntreibenden Getränken können unterstützend wirken.
Medikamentöse Therapie
Nehmen die Beschwerden zu, stehen mehrere Wirkstoffgruppen zur Verfügung. Alphablocker entspannen die glatte Muskulatur im Bereich von Blasenhals und Prostata und können den Harnfluss verbessern. 5-Alpha-Reduktasehemmer setzen an der Umwandlung von Testosteron an und können das Prostatavolumen über längere Zeit verringern. Je nach Befund werden die Gruppen einzeln oder kombiniert eingesetzt. Nutzen und mögliche Nebenwirkungen werden individuell abgewogen.
Operative Verfahren
Reichen Medikamente nicht aus oder treten Komplikationen wie wiederholter Harnverhalt auf, kommen operative Verfahren infrage. Als etablierter Standard gilt die transurethrale Resektion der Prostata, bei der einengendes Gewebe über die Harnröhre abgetragen wird. Daneben existieren laserbasierte und weitere minimalinvasive Techniken. Die Wahl des Verfahrens richtet sich unter anderem nach Prostatagröße und Begleiterkrankungen.
Wann zum Arzt
Zunehmende Beschwerden beim Wasserlassen, nächtlicher Harndrang oder ein Restharngefühl gehören urologisch abgeklärt. Ein plötzlich unmöglicher Harnabgang, Blut im Urin oder Fieber sind dringliche Warnzeichen und sollten sofort abgeklärt werden.
Die benigne Prostatahyperplasie ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata mit typischen LUTS wie Nykturie, abgeschwächtem Strahl und Restharngefühl. Die Diagnostik stützt sich auf IPSS, digital-rektale Untersuchung, Uroflowmetrie und die sorgfältige Einordnung des PSA-Werts. Behandelt wird gestuft, von kontrolliertem Abwarten über Alphablocker und 5-Alpha-Reduktasehemmer bis zu operativen Verfahren.